BLICK ZURÜCK – BLICK NACH VORNE!

Ich komme kaum aus dem Staunen raus, was sich in den letzten Wochen bewegt hat!

Begonnen hat alles mit ein paar kleinen Schuhschachteln mit Spenden und der Idee in einem geliehenen Smart nach T zu fahren um sie abzugeben. „Abgeben“ hat in meinem Kopf zu dem Zeitpunkt bedeutet, sie jemandem in die Hand drücken, einem Experten, der weiß wie man hilft.. denn aus der Ferne war klar, da muss man was tun…

Aus dem Smart und den paar Schuhschachteln wurde nichts.

Warum?

Da waren plötzlich all diese vielen Menschen da, die unsere Wohnung mit Schachteln und Säcken gefüllt haben und die Stimme einer mutigen Frau die vertrauenserweckend gesagt hat: „Du kannst nichts falsch machen. Sieh es dir mit deinen eigenen Augen an“

3 vollbeladene Autos, 5 liebe Helfer, unendlich viele Gesichter und Eindrücke, ein Tag.. Damit war alles anders.

Heute kann ich nicht glauben, dass seitdem kaum ein paar Wochen vergangen sind. Da ist was passiert was nun unaufhaltsam ist…
…Das was es mit einem macht, zu sehen und zu spüren wie es Menschen gehen kann, die alles verloren haben und voll Ängsten, tiefen Verletzungen, Sorgen, Hoffnungen und Wünschen hier sind…
Wir alle wussten vor einigen Wochen noch nicht, was das wirklich bedeutet.

Julian meinte, wenn man da einmal war, kann man nicht anders als wieder hinzufahren, mehr zu tun… und so war es…

Der Schleier vor den Augen, die Distanz vor dem was berichtet, irgendwo weit weg geschieht, der Sicherheitsabstand.. sind einem innigen Kontakt gewichen, einer Annäherung unter Menschen die, so neu und fremd sie füreinander auch sind, etwas ganz Großes teilen können: das Empfinden von Familie. Dem Menschsein in seiner ureigensten Qualität.
Weil wir letzlich die gleichen Gefühle tragen, mögen sie noch so unterschiedlich erfahren worden sein: Freude, Schmerz, Angst, Zusammengehörigkeit. Das verbindet, auch ganz ohne Worte, wie eine gemeinsame Sprache.

Was in solchen Momenten geschieht in denen wir uns berühren lassen, ist das größte, weltverändernste, hoffnungsvollste überhaupt: HERZENSBILDUNG.

Wir dürfen uns glücklich schätzen, durch die Offenheit die wir erfahren haben, etwas so Elementares zu lernen, miteinander. Etwas was den Blick öffnet. Sinn gibt.

Was vor uns liegt ist eine große Mission:

HERZENSBILDUNG ZUM PRINZIP ZU ERNENNEN.

Da wird es um weit mehr gehen, als um einen Schlafsack oder ein Zelt. Es wird darum gehen ob wir uns trauen uns einzulassen, unseren Begriff von Familie zu öffnen, zu sehen was wir einander geben können… Mit allen Ängsten und gemischten Gefühlen, Konflikten, die wohl auch dabei sein mögen, mit zitternden Knien, voller Neugier… zu springen und zu wissen: Das Netz hält.
DANKE Sophie, Peter, Alina, Rene, Isabel, Victoria, Barbara, Julian, Lydia, Lara, Florian, Osi, Michaela, Sigrid, Agnes, Tara, unseren vielen neuen Freunden, EUCH ALLEN, die ihr dieses Netz seid!

TRAUEN WIR UNS ALLES!!

happy.thank you.more please!!

17.08.2015 – Renate