Ein Jahr danach

Viel und oft wird zurückgeblickt in diesen Tagen. 
Der Sommer 2015 war für alle von uns ein einschneidender, egal auf welcher Seite der Meinungen man stand.
Jeder erinnert sich und viel und oft ist von Versagen, schwerfälliger Struktur und Chaos zu lesen. Was sich dennoch unter all der Not und dem Chaos hervorgetan hat, ist das wahrscheinlich wirklich Große dieses Jahres. 

 Viele, wirklich sehr viele haben ihre Verantwortung wahrgenommen, sie nicht denen überlassen, die man irgendwann mal gewählt hat, damit sie stellvertretend erledigen, worüber man sich in unserem Land mit ausreichend Wohlstand keine größeren Sorgen machen möchte. Und mit dieser Verantwortung und dem Umkehrschub von Sorgen und Ängsten in effiziente Hilfeleistung, ist etwas entstanden, das nicht nur „Erste Hilfe“ in Not war, sondern ein Bewusstsein für Miteinander und aktive Beteiligung.
Es sind Menschen über sich hinausgewachsen. Nicht nur die, die es endlich geschafft haben, im Frieden anzukommen, sondern auch diejenigen, die ohne einander zu kennen gemeinsam organisiert, strukturiert und geholfen haben. Wir alle haben Begegnungen und neue Freundschaften erlebt, vielleicht nicht fürs Leben, aber für kostbare Momente. Wir haben gelernt, Ruhe zu bewahren, wo es nötig ist, Vorurteile zu hinterfragen und wie es sich anfühlt, plötzlich wesentlich mehr politisch zu denken.

Im Sommer 2016 sind wir als Verein immer noch da. Viele der Menschen, die Unterstützung brauchen, auch. Wir haben uns verändert und der Situation angepasst. Jetzt liefern wir nicht mehr hunderte Hilfspakete, sondern erleben einen gut besuchten HAPPY.MARKET, in dem Menschen sich das für sie Notwendige selbst aussuchen können. Einige von ihnen kommen wieder, um selbst einmal mit zu arbeiten. Und in diesem Gewirr aus Sprachen und vielen erstmals Fremden wächst etwas, das diesen Rückblick einen Ausblick werden lässt, auf gegenseitiges Vertrauen und die nun wirklich harte Arbeit an Integration im Sinne der Menschenrechte.
Wir sagen DANKE und sehen viele von euch hoffentlich bald wieder im Depot oder lesen von euch, denn uns gibt es nur, solange es euch gibt.

Monika Binder, Koordinatorin und Social Media